Fischer treten erneut Umweltrat bei

Der Kantonal-Schwyzerische Fischereiverband bekennt sich zu ökologischer Aufwertung von Kleinstgewässern.

Der Kantonal-Schwyzerische Fischereiverband (KSFV) hat eine wichtige Scharnierfunktion zwischen den fünf regionalen Fischervereinen, dem Berufsfischerverband und der Fischereikommission, welche der Abteilung Fischerei beim Amt für Gewässer angeschlossen ist. Die Regionalvereine können beim Kantonalverband ihre Anliegen vortragen, die vier Vorstandsmitglieder des KSFV selber bringen ihrerseits eigene Projekte ein. Diese werden dann in der Kommission beraten, welcher Umweltdirektor Sandro Patierno vorsteht.

«Die Zusammenarbeit klappt sehr gut», sagte Präsiden Stefan Keller an der 80. Delegiertenversammlung am Donnerstagabend in Rothenthurm. Hauptsächlich geht es um ökologische Aufwertungsmassnahmen. Finanzielle Mittel zum Anstossen solcher Gewässerrevitalisierungen kommen von den Abgaben der rund 4500 Fischerpatente, welche jährlich gelöst werden, denn seit 2023 wird auf jedes Patent ein Zuschlag von zehn Prozent verlangt.

«Wir bemühen uns um die Aufwertung der Gewässer»

Aus dem auf diese Weise gespiesenen Fond werden Projekte finanziert oder zumindest angestossen, welche Klein- und Kleinstgewässern und den darin lebenden Tieren zugute kommen. Der Präsident wies darauf hin, dass «die Hälfte des gesamten Gewässernetzes der Schweiz aus kleinen Wiesen- und Waldbächen besteht», Zuflüsse der grösseren Bäche und Flüsse.

Stefan Keller veranschaulichte die Bemühungen an einigen Beispielen: So wurden beim Rotenbach in Einsiedeln Stauden zur Beschattung gepflanzt, was im Sommer die Wassertemperatur kühler hält. Das Krebsgewässer Stampfbach in der Höfe wurde revitalisiert, im Frauenwinkel bei Pfäffikon ein Vernetzungsprojekt kleiner Kanäle realisiert – mit messbarem Erfolg mit zahlreich sich ansiedelnde Jungfische. Im Nuolerried wurden Tannen in Seeufernähe in Gewässer gelegt, um Laichplätze zu schaffen, beim Sandbach und im Leewasser in Brunnen Strukturen eingebaut, beispielsweise durch versenkte Wurzelstöcke. Anderorts werden Bäche ausgedohlt. «Wir bemühen uns mit einfachen Massnahmen für die Aufwertung der Gewässer», erklärte Präsident Keller den Versammelten.

Beitritt zum Schwyzer Umweltrat (SUR)

Wichtig sei bei all diesen Projekten, dass die Grundeigentümer an Bord geholt werden, «denn ohne sie geht nichts». Auch die Bezirke als Hohheitsträger über die fliessenden Gewässer sowie die Umweltverbände müssen eingebunden werden. Das Problem sei oft nicht das Geld, sondern «wie bringen wir alle ins Boot».

So haben die Fischerdelegierten auf Antrag des Vorstandes einstimmig beschlossen, dass der KSFV dem Schwyzer Umweltrat beitritt. Er war vor über zehn Jahren wegen Meinungsverschiedenheiten ausgetreten, doch ist Präsident Keller überzeugt, «dass wir mehr erreichen können, wenn wir zusammensitzen und Differenzen bereinigen.»

58 Jahre im Dienste der Fischerei

Sandro Patierno wies in seiner Grussbotschaft darauf hin, dass sich die Einführung von Vierjahresplänen bewährt habe. So wurde unter anderem eingeführt, dass die Patente online über das Internet oder über eine App gelöst werden können. Damit lassen sich gleichzeitig die Fachstatistiken einfacher und zuverlässiger erstellen.

Ein Höhepunkt bildete die Verabschiedung des Urgesteins des Fischereiverbandes: Arnold Rauchenstein («Ruchestei isch es Urgestei») ist seit 1967 Mitglied des Fischereivereins March und ebenso lange im KSFV tätig. Das Ehrenmitglied hat in dieser Zeit praktisch alle Chargen durchlaufen, war 20 Jahre in der Fischereikommission und seit 1999 Kassier des KSFV. Er wurde im Vorstand ersetzt durch Nadia Kälin. Vizepräsident Philipp Inderbitzin wurde für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt.

Bildlegende:

Nach 58 Jahren im Märchler und im kantonalen Fischereiverband wurde Arnold Rauchenstein verabschiedet, hier umrahmt von Präsident Stefan Keller (links) und Landesstatthalter Sandro Patierno.

Fischer schaffen Lebensraum

 

Dokumentarfilm "Raindrop"

"Raindrop" ist ein Dokumentarfilm, der die Reise des Wassers vom Quellbach in den Bergen bis zum Meer zeigt und wurde vom KSFV finanziell unterstützt.

Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine atemberaubende Reise entlang des Wasserkreislaufs und zeigt, wie jeder Regentropfen einen langen Weg zurücklegt, um schliesslich im Ozean zu landen.

Die Dokumentation beginnt mit der Entstehung eines Quellbachs auf den höchsten Gipfeln der Alpen, wo manch Regentropfen seinen Ursprung hat. Eine lebensfeindliche und unwirkliche Gegend mitten im eiskalten Winter. Wir tauchen in die nur wenige Grad kalten, kristallklaren Bergbäche ab und erzählen zum Beispiel die Geschichte der stillen Nomaden und ihrer atemberaubenden, selbstlosen Wanderung. Der Film zeigt zudem, wie sich der Quellbach zu einem immer grösseren Fluss entwickelt, der durch felsige Täler und grüne Wälder fliesst und schließlich in einen majestätischen Wasserfall stürzt.

Hier geht es zum Trailer: